Eine kleine Geschichte zum Apostolischen Glaubensbekenntnis
Nach dem Ende des apostolischen Zeitalters wuchs die Christliche Kirche mit rasender Geschwindigkeit – doch mit diesem Wachstum mehrten sich die Irrlehren. Arius, ein Presbyter in Alexandria, lehrte, Jesus Christus sei nicht wahrer Gott, sondern ein geschaffenes Wesen. Diese Lehre spaltete die Gemeinden und drohte die Kirche zu zerreißen.
Um darüber zu debattieren was die wahre Lehre sei, berief Kaiser Konstantin im Jahre 325 das Erste Ökumenische Konzil in Nicäa ein. Mehr als 300 Bischöfe versammelten sich dort – unter ihnen auch der Hl. Nikolaus, der Bischof von Myra. Jener Nikolaus, welcher später in der Volksfrömmigkeit zum Geschenkebringer und Gegenspieler des Krampus wurde.Wie uns die Überlieferung erzählt, konnte Nikolaus die Lästerung des Arius nicht ertragen und versetzte jenem eine Ohrfeige während er seine Lehre vortrug.
Schließlich wurde mit überwiegender Mehrheit beschlossen, dass Jesus Christus wahrer Gott sei, und es wurde ein Bekenntnis geformt welches den Arianismus verwarf und die Gottheit des Sohnes unzweideutig klar machte.
Doch die Kämpfe hörten nicht auf. Der Arianismus blieb noch lange stark, und neue Irrlehren kamen dazu: Manche leugneten die volle Menschheit Christi, andere machten den Heiligen Geist zu einer unpersönlichen Kraft.
Darum berief Kaiser Theodosius I. im Jahre 381 das Zweite Ökumenische Konzil in Konstantinopel ein. Dort wurde das nicäische Bekenntnis bestätigt und im Bezug auf den Heiligen Geist erweitert: Er ist „der Herr und Lebensspender, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird“.
So entstand das Nicaeno-Constantinopolitanum – das Glaubensbekenntnis, das bis heute die Christenheit eint. Es ist das Maß der Wahrheit: Wer es aufrichtig bekennt, gehört zur Kirche Christi. Wer es leugnet oder verfälscht, mag sich noch „Christ“ nennen – doch er steht nicht im wahren Glauben.
Symbolum Nicaeno-Constantinopolitanum
Credimus in unum Deum, Patrem omnipotentem,
factorem caeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium.
Et in unum Dominum Jesum Christum,
Filium Dei unigenitum,
et ex Patre natum ante omnia saecula,
Deum de Deo, Lumen de Lumine,
Deum verum de Deo vero,
genitum, non factum,
consubstantialem Patri,
per quem omnia facta sunt;
qui propter nos homines et propter nostram salutem
descendit de caelis,
et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria virgine,
et homo factus est;
crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato,
passus et sepultus est;
et resurrexit tertia die secundum Scripturas;
et ascendit in caelum,
sedet ad dexteram Patris;
et iterum venturus est cum gloria,
judicare vivos et mortuos,
cujus regni non erit finis.
Et in Spiritum Sanctum, Dominum et vivificantem,
qui ex Patre procedit,
qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur,
qui locutus est per prophetas.
Et unam sanctam catholicam et apostolicam Ecclesiam.
Confitemur unum baptisma in remissionem peccatorum.
Et expectamus resurrectionem mortuorum
et vitam futuri saeculi. Amen.
Nicäno-Constantinopolitanisches Glaubensbekenntnis
Wir glauben an einen einigen Gott,
den allmächtigen Vater,
Schöpfer Himmels und der Erden,
alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
Und an einen einigen Herrn Jesum Christum,
Gottes einigen Sohn,
geboren vom Vater vor der ganzen Welt,
Gott von Gott, Licht von Licht,
wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott,
geboren, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater,
durch welchen alle Dinge gemacht sind;
der um uns Menschen und um unseres Heils willen
vom Himmel kommen ist,
und Fleisch angenommen hat
durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria,
und Mensch geworden ist;
auch für uns gekreuzigt unter Pontio Pilato,
gelitten hat und begraben ist;
und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift;
und gen Himmel gefahren,
sitzet zur Rechten des Vaters;
und wird wiederkommen mit Herrlichkeit,
zu richten die Lebendigen und die Toten,
welchem sein Reich kein Ende haben wird.
Und an den Heiligen Geist,
den Herrn und Lebendigmacher,
der vom Vater ausgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und verherrlicht wird,
der durch die Propheten geredet hat.
Und eine heilige katholische und apostolische Kirche.
Wir bekennen eine Taufe zur Vergebung der Sünden,
und erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der zukünftigen Welt. Amen.

