Eine kleine Geschichte zur Konkordienformel
Nach dem Tod Dr. Martin Luthers im Jahr 1546 brach das lutherische Lager auseinander: Im ernestinischen Kursachsen setzte man auf die gemäßigte Linie Melanchthons (den sogenannten Philippismus), während in den übrigen ernestinischen Landen sowie in Württemberg ein kompromissloses Luthertum (die Gnesiolutheraner) verteidigt wurde. Innerkirchliche Streitigkeiten drohten die junge Reformation zu zerreißen.
Um diesen Riss zu kitten, initiierte Kurfürst August von Sachsen 1576
eine theologische Konferenz in Torgau. Dort entstand das sogenannte
Torgauer Buch, aus dem Jakob Andreae eine kurze Zusammenfassung
formte – die Epitome, oder Kurzfassung
Doch das reichte nicht. 1577 überarbeitete eine kleinere Gruppe – u. a.
Andreae, Martin Chemnitz und Nikolaus Selnecker – diesen Entwurf
im Kloster Berge bei Magdeburg zur endgültigen, ausführlichen
Fassung: der Solida Declaratio, im Volksmund auch das „Bergische
Buch“ genannt. Gemeinsam bildeten Epitome und Solida Declaratio
die Konkordienformel, das letzte Bekenntnisdokument der
lutherischen Kirche.
Die Konkordienformel von 1577 war das Ergebnis harter Auseinandersetzungen und ernster Lehrkämpfe und wurde mit Spannung 1580 im Konkordienbuch veröffentlicht – als verbindlicher Schlusstein in der lutherischen Bekenntnisgeschichte. Ihr Ziel: Einheit im Glauben, treu gestützt auf Schrift und Bekenntnis. Sie wurde nicht Sie wurde nicht geboren aus einem Bedürfnis nach äußerem Frieden, sondern aus dem Ringen um die rechte Auslegung der Heiligen Schrift. Darum ist sie kein diplomatisches Kompromisspapier, sondern eine theologisch präzise und kirchlich verbindliche Klärung. Bis heute steht sie als Ausdruck lutherischer Bekenntnistreue: ein Bekenntnis, das inmitten von Streit und Verwirrung bewusst die Klarheit des Evangeliums festhält.
Inhaltsverzeichnis der Konkordienformel (1577)
- Von der Erbsünde
- Von der freien Willenswahl
- Von der Gerechtigkeit des Glaubens vor Gott
- Von den guten Werken
- Vom Gesetz und Evangelium
- Vom dritten Gebrauch des Gesetzes
- Vom heiligen Abendmahl
- Von der Person Christi
- Von Christi Abstieg zur Hölle
- Von Kirchengebräuchen (Adiaphora)
- Von der ewigen Vorsehung Gottes (Prädestination)
- Von andern Sekten und Irrtümern

